Kräuterbuschen - eine alte Tradition (24.08.2018)







ADELSRIED EINTAUSEND

Am 14.8.2018 erläuterte die Kräuterpädagogin Frau Sieglinde Bobinger-Widmann im Pfarrgarten den interessierten Frauen welche Kräuter traditionell in die Kräuterbuschen gebunden werden und welche Wirkung diese Kräuter entfalten.
Ein herzliches Dankeschön gilt dem Frauenbund und dem Pfarrgemeinderat für die Organisation und den fleissigen Kräutersammlerinnen für das reiche Angebot an Kräutern, Blumen und Getreide.

Zu Mariä Himmelfahrt   -   Text von Hermann Schmid     Fotos: Corinna Harke


Das kirchliche Fest „Mariä Himmelfahrt“, das am 15. August gefeiert wird, ist wohl das älteste Marienfest in Bayern. Zu diesem Fest gehört seit jeher die Kräuterweihe im Rahmen der Gottesdienste – und natürlich zuvor das Binden der mehr oder weniger üppigen Kräuterbuschen. Der Brauch ist seit dem 9. Jahrhundert bekannt und lebt in letzter Zeit wieder vermehrt auf. In Adelsried lädt dazu der Pfarrgemeinderat am Vortag, Dienstag, 14, August, um 17:00 Uhr, in den Pfarrhof ein.

Der Brauch geht vermutlich auf die Überlieferung des Kirchenvaters Johannes von Damaskus zurück, ....

Der Brauch geht vermutlich auf die Überlieferung des Kirchenvaters Johannes von Damaskus zurück, der um 700 in Syrien und dem Heiligen Land lebte. Er berichtet, als das Grab Mariens geöffnet und leer gefunden wurde, sei dort ein Duft von Rosen und Kräutern aufgestiegen.
In früheren Zeiten, so erzählte Volkskundeprofessor Dr. Walter Pötzl, der frühere Kreisheimatpfleger des Landkreises Augsburg, der „Augsburger Allgemeinen“, wählte man dafür die Kräuter und Heilpflanzen, mit großer Sorgfalt aus. Ihre Zahl betrug meist sieben oder neun, in manchen Gegenden gar 33 oder 99. Die Zahlenmagie spielte eine große Rolle, „heilige Zahlen“, die sogenannte Dreiheit der Dreiheiten, wurden strikt eingehalten. In unserer Gegend wurden vor allem Johanniskraut, Tausendguldenkraut, Kamille, Schafgarbe, Rainfarn, Bandgras, Wermut, Baldrian, Pfefferminze, der Haselzweig und Eisenkraut in die Buschen gebunden.
Früher spielten die geweihten Kräuterbuschen vor allem im bäuerlichen Alltag eine Rolle. So wurden sie etwa am Hauseingang oder auf dem Dachboden aufgehängt, um den Hof vor Blitzschlag und Unwettern zu schützen. War Vieh erkrankt, so mischte man ihm einige der getrockneten Blüten unter das Futter.
Da in Zeiten der modernen Landwirtschaft bei weitem nicht mehr so viele Heilkräuter in der Natur zu finden sind, ist die Auswahl inzwischen deutlich reduziert. Heutzutage geht es vor allem darum, farblich ansprechende Buschen zu gestalten.
„Mariä Himmelfahrt ist in vielen katholisch geprägten Ländern Europas, wie Polen, Kroatien, Belgien, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal ein gesetzlicher Feiertag, in Deutschland aber einzig in den beiden Bundesländern Saarland und Bayern – und im Freistaat nur in Kommunen mit überwiegend katholischer Bevölkerung. Anderswo bleiben Firmen und Geschäfte offen.



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