Feldkreuze und Flurkapellen (16.08.2012)





Orte der Einkehr und Besinnung

Zu einer besonderen Radtour hatten die „ReAL West“ und die Holzwinkelgemeinden im
Rahmen des Kult(o)ursommers am Feiertag Maria Himmelfahrt eingeladen. Kapellen und
Feldkreuze in den Fluren von Adelsried und des Ortsteiles Kruichen waren die Zielpunkte.

Altbürgermeister Ewald Zirch hatte sich nach seiner Pensionierung das Ziel gesetzt, die Feldkreuze in seiner Heimatgemeinde wieder in einen würdevollen Zustand zu bringen. Auch
die teilweise morschen Bänke vor den Kreuzen, ...

vor den Kreuzen, die zur Ruhe und Besinnung einladen,
sollten erneuert werden. Als Initiator der Veranstaltung, war er von der enormen Resonanz überwältigt, denn am Treffpunkt an der Marienkapelle in Kruichen konnte er 75 Radler begrüßen. Die große Zahl der Teilnehmer ist sicher ein Zeichen dafür, dass an der Geschichte der eigenen Heimat großes Interesse besteht. Alle Kapellen und fast alle der 16 Feldkreuze konnten im Verlaufe der Tour angefahren werden.

Hans Malzer, der bekannte Adelsrieder Bildhauer, erklärte zu Beginn die Marienkapelle,
die eigentlich aus dem Jahre 1879 stammt, 1951 abgebrochen und 1952 wieder errichtet
wurde. Die Glocke der heutigen Kapelle, die im Eigentum der Wirtsleute Wimmer steht,
stammt noch vom Ursprungskirchlein. An einem Donnerstag im Monat findet in der Kapelle
ein Gottesdienst statt, den der Kruichener Bürger Josef Zott mit angeregt hat.

Alle Feldkreuze und Kapellen haben eine Ursprungsgeschichte. Seien es Bitten um Kinder-segen, Heilung von einer schweren Krankheit, oder gute Ernteerträge. Auch aus Dankbarkeit
wurden viele dieser Zeitzeugen errichtet. Glückliche Heimkehr aus Krieg und Gefangenschaft, Heilung von einem Leiden oder Rettung aus einer großen Gefahr.

Zu allen Feldkreuzen wusste Ewald Zirch Hintergründe zu berichten. So steht kaum
eines dieser Kreuze noch an seinem ursprünglichen Ort. Insbesondere der Bau der
Autobahn in den Jahren 1936 – 38, als die Landwirte dafür Grund abtreten mussten,
erforderte die Versetzung einiger Kreuze. Auch dem derzeitigen Ausbau der BAB musste ein Kreuz weichen. Das Schormüllerkreuz fand nun seinen Platz am ehemaligen Wasserhochbehälter.

Bei der Kapelle an der Steigfeldstr. handelt es sich nach den Ausführungen von Hans Malzer
wohl um das zweitälteste Gebäude von Adelsried. Genaue Unterlagen über die Entstehungs-
zeit gibt es zwar nicht, aber aufgrund der in der Kapelle befindlichen Figuren kann die Bau--
zeit ungefähr eingeordnet werden. Der Adelsrieder Landwirt Rittl, der unter ein Fuhrwerk geraten war, errichtete die Kapelle aus Dank für seine Rettung. Die Familien Zott und Tausend bewahrten die Kapelle vor dem Abriss und ließen sie in den heutigen Stand bringen.

Das Furnierkreuz errichteten im Jahre 1994 die 3 Furnierbrüder Ludwig, Josef und Michael aus Dank für die glückliche Heimkehr aus Krieg und Gefangenschaft und 50 Jahre Frieden. Im zweijährigen Turnus findet an diesem Kreuz ein Gedenkgottesdienst statt.

Bei der dritten Flurkapelle hatte Hans Malzer ein „Heimspiel“. Die im Jahre 1985 zum Abschluss der Flurbereinigung errichtete moderne Kapelle wurde vom Adelsrieder
Architekt Peter Krause geplant, von Adelsrieder Handwerkern in Eigenleistung gebaut
und von Hans Malzer künstlerisch gestaltet. So konnte er zu den Themen der Mosaikbilder über die 4 Elemente, zu Natur, Tieren und zu der Krönung der Schöpfung, dem Mensch, detaillierte Erklärungen geben.

Das Grußlerkreuz in der Flur „Im Grund“ bezeichnete Ewald Zirch als „Unvollendetes“.
Von Landwirten bei der Feldarbeit beschädigt und in den Ackerboden eingepflügt,
sammelte Zirch die Bruchstücke wieder zusammen, um das Kreuz wieder herzurichten.
Da Eisenguß heute nur noch von wenigen Firmen hergestellt wird, dauerte es sehr lange,
bis er eine solche Firma, allerdings bis in Aalen, gefunden hatte. Es wird also sicher noch eine geraume Zeit dauern, bis auch dieses Zeitzeugnis mit seinem Eisenkreuz wieder in altem Glanz erstrahlt.

An der letzten Station, dem Kreuz der Fam. Metz, dankte Ewald Zirch allen Helfern, die
ihn bei der Restaurierung der Feldkreuze unterstützt haben. Immer wenn er Hilfe
benötigte, waren Rentner zur Stelle, um ihm bei der teilweise anstrengenden Arbeit zu helfen.

Sein besonderer Dank galt auch den Firmen Steiner, Furnier und Höchstötter, die stets mit
Rat, Tat und Material zur Verfügung standen. In seinen Dank schloß er auch Hans Malzer ein, der sich sofort bereit erklärt hatte, bei der Radtour mitzumachen. Aber auch seiner Frau Hannelore, die ihn in seinem Bemühen, Ortsgeschichte zu erhalten unterstützt, galt sein aufrichtiger Dank. Mit verdientem Applaus bedankten sich die Teilnehmer bei Ewald
Zirch und Hans Malzer für die interessanten Ausführungen und den gelungenen Nachmittag. (es)

Anlagen: 2 Bilder

Die Teilnahmer vor der Kapelle in der Steigfeldstr.
4. v.l. Ewald Zirch, 5. v.l. Hans Malzer

Bild 2: Das von Ewald Zirch restaurierte Feldkreuz am Weldenbahnradweg

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