Gemeinde Adelsried

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Adelsried Eintausend

EIN FEST.
Vom 08.08.2019 – 18.08.2019.

EINE ZEITREISE.
Durch die Entwicklungsgeschichte unseres Ortes.
Unsere Besucher erleben die Veränderungen im Arbeitsleben, dem sozialen Miteinander bis zu den technischen und digitalen Umbrüchen der Jetztzeit.

VIELE MOMENTE.
Geniessen Sie das Konzert der Böhmerwälder Musikanten. Bestaunen Sie das Lagerleben einer Mittelaltergruppe, machen Sie mit beim Sautrogrennen und lassen Sie sich von der Badstube überraschen. Wie mühsam, schwer und personalintensiv war die Arbeit der Landwirte von Früher im Vergleich zur Vollerntemaschine von Heute.

 

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Hausnamen waren bedeutender als Familiennamen

Ein Jahr ist es her, dass unser Dorf das Fest ADELSRIED1000 feierte. Wer erinnert sich nicht gerne an diese Festtage. Den Organisatoren kann man gar nicht genug danken, dass sie mit ungeheurem Aufwand den Menschen in unserem Dorf und vielen aus Nah und Fern die unvergesslichen Tage bescherten.

Die Beschäftigung mit unserer Geschichte hat damit aber für Friedrich und Elisabeth Geiger kein Ende. Weiterhin beschäftigen sie sich mit dem Leben und Leiden der Menschen in früheren Zeiten und besuchen dazu zahlreiche Archive, Museen und Bibliotheken. Bei der Erforschung der Haus- und Familiengeschichten stoßen sie immer wieder auf Hausnamen, die teils heute noch gebräuchlich oder aber in Vergessenheit geraten sind. Hausnamen waren in der Vergangenheit mehr im Gebrauch als Familiennamen, oder aus Hausnamen wurden die heutigen Familiennamen abgeleitet. Sie hatten meist mit den beruflichen Tätigkeiten zu tun oder bezeichneten die geografische Lage des Anwesens.

Leicht nachvollziehbar sind daher Namen wie Müller, Schäffler, Hafner und Brenner (heute Keramiker), Schusterusw. Zur Unterscheidung mehrerer Anwesen mit gleicher Tätigkeit benutzte man die Lage des Hauses im Dorf: der Bachschmid (Schmid an der Laugna oder der Obere Schmid), der Bachbauer(Bauer an der Laugna). Im Dorf waren auch mehrere Familien mit dem Namen Zirch. So behalf man sich zum Teil mit einer Verbindung mit Vornamen: Zirchabastel, Zirchaseppel, oder Bergzirch (Zirch auf dem Berg, kleiner Anhöhe) oder Mauerwendel (der Maurer Wendelin) . Im Hausnamen spiegelt sich auch der Zeitpunkt der Ansiedlung: Altbauer (Albauer), Neubauer (Nuiber) oder Neuhauser (siedelte mit einer Sölde am damaligen Ortsrand, heute Bernhard, 1. Bürgermeister).

Zwei Hausnamen interessierte die beiden Heimatkundler ganz besonders: Hucker und Bodescher.

So fanden die beiden heraus, dass ein Hucker eine besonders wichtige Arbeit auf dem Bau verrichtete. In einer Zeit, als es noch keine Mörtel- und Betonmaschine und auch keine Aufzughilfen und Kräne gab, musste der Mörtel in großen Behältern, Pfannen, Bottichen aus Holz oder Blech mit Schaufeln und Haken angerührt werden. Dann kam der Hucker. Seine Aufgabe war nun, den Mörtel in kleinen Blechpfannen (1 Meter lang, 20 cm breit, 20 cm hoch) auf der Schulter und Rücken zu den Maurern auf die Baustelle zu tragen. Den Rücken bezeichnete man auch als Hucke. Auch heute ist der Name umgangssprachlich noch gebräuchlich: „ich hau‘ dir eins auf die Hucke“. Der Hucker band sich auch ein L-förmiges Holzgestell mit Lederriemen auf den Rücken (Hucke) und transportierte so Ziegelsteine vom Lagerplatz zu den Maurern auf die Baustelle.

Bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts waren auch Wanderhändler in den Dörfern unterwegs. Sie trugen ihr Gemischtwarensortiment auf der Hucke in einem kleinen Holzkästchen und boten an: Nadeln, Faden und Zwirn, Knöpfe, Wolle, Hosengummi, Gewürze, Zucker und Salz usw.

Schwieriger war es, dem Namen Bodescher, aus Kruichen, nachzuspüren. In vielen Dörfern des Holzwinkels, so auch in Adelsried, übten Köhler ihren Beruf aus. An einigen Straßennamen haben die Gemeindeväter das dokumentiert: Kohlstattweg, Kohlerberg, aber auch Kohlenbrenner. Köhler verkohlten in großen Meilern außerhalb des Dorfes (wegen Brandgefahr) Holz zu Holzkohle. Diese war leichter zu transportieren und diente als Brennmaterial in den Häusern und Fabriken der Stadt. Heute benutzen wir diese Holzkohle in Papiersäcken verpackt zum Grillen.

Neben der Holzkohle entstand aber auch Pottasche, die der Pottaschenbrenner (Bodescher) herstellte. Aus der Asche wurde durch Auslaugen, Sieden und Eindampfen die Pottasche gewonnen, die beim Färben und in der Seifensiederei verwendet wurde. Pottasche wurde auch benötigt als Düngemittel, bei der Herstellung von Schießpulver und im Haushalt als Waschmittel, Weich- und Weißmacher, sowie als Backtriebmittel. Noch heute verwendet man in der Weihnachtsbäckerei kleinere Mengen Pottasche.

Literarisch hat der Schriftsteller Ferdinand Raimund in seinem Theaterstück „Der Bauer als Millionär“ dem Aschenlied ein Denkmal gesetzt. Die Aschenmänner waren auch in der Stadt Wien eine gewohnte Erscheinung des Alltagslebens und sie machten mit dem Ruf „An‘ Oschn! No an‘ Oschn“ auf sich aufmerksam, indem sie innerhalb eines bestimmten Gebietes von Haus zu gingen und die Asche einsammelten.
(EFG)

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